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Natur und Umwelt Rümlang

Waldmaus

Seit Frühling 2016 treffen sich junge naturbegeisterte Mädchen und Buben einmal monatlich am Mittwoch zu einem Naturnachmittag. Unter der Leitung von Christine Marti, Antonella Urech und Ernst Räth gibt es immer ein spannendes Thema verbunden mit Informationen, Aktionen, Spiel und Spass.


April 2018: Arbeiten macht Spass!


Gute gelaunt, voller Eifer, mit gestählten Muskeln, ausgestattet mit festen Schuhwerk und Arbeitshandschuhen traf sich die Jugendgruppe Waldmaus im April zu einem Arbeitseinsatz beim Schulhaus Rümelbach.

Nach einem kurzen Fussmarsch in den Geisschropf packten die 19 Kinder kräftig an. Das ehrgeizige Ziel je einen Ast- und einen Steinhaufen gemäss den Richtlinien von BirdLife zu errichten, wollten wir unbedingt erreichen! Alle schwärmten sofort aus, um Steine und Äste zu suchen, Sand musste geschaufelt werden, Altholzkleinteile mit dem Rechen zusammengenommen werden, grosse Wurzelstöcke wurden in Teamarbeit an den richtigen Ort geschleift und schwere Steine wurden mit Hilfe eines Seils den Hang hinaufbefördert. Unglaublich, wie schnell die Haufen wuchsen!

Da der sonst so schöne Geisschropf von Abfall verschandelt wurde, sammelten die Kinder auch diesen ein. Grosse Mengen von Plastik und Papier, Getränkedosen, Flaschen, Metallteile und sogar ein alter Autositz wurden gefunden. Zum Glück kamen bei der Suchaktion auch kleine Schönheiten zu Tage: riesige Schneckenhäuser, Knochen eines Tieres, Federn und Regenwürmer wurden entdeckt, betrachtet und einander gezeigt.

Als Belohnung für die kräftezehrende Arbeit durften alle am Schluss eine Wurst und Steckenbrot auf dem Feuer bräteln. Wir waren uns alle einig: Arbeiten macht Spass!

März 2018: Thema Waldboden!


Am 21. März trafen wir uns vor dem Hallenbad Rümlang. Gemeinsam wanderten wir Richtung „Huebehütte“, wo wir uns als Erstes einen kurzen Film anschauten. Im Film sprach Mutter Erde zu uns und mahnte uns, besser auf die Natur zu achten.

Sie sagte uns, dass der anfallende Abfall nur von uns Menschen produziert wird.

„Ist das so?“, fragten wir uns.

Was geschieht mit den vielen Blättern, welche im Herbst von den Bäumen fallen ? Auf einen Quadratmeter sind das ca. 2500 Blätter! Würden sie liegen bleiben, stiege der Waldboden um ca. 30 cm jährlich.

Frage: Wer bringt das Laub zum Verschwinden?

Antwort: Ganz viele verschiedenen Lebewesen, welche auf dem oder im Waldboden leben! Auf einem Quadratmeter Waldboden mit einer 30cm Tiefe sind das ca. 300 Tausendfüssler, 100 Käfer, 80 Regenwürmer, 50 Spinnen und unzählige Milben, Bakterien und Algen. Eine Hand voll Erde enthält etwa so viele Lebewesen wie Menschen auf der Erde leben.

All diese Kleinstlebewesen ernähren sich vom Laub und zersetzen es. Zusammen bilden sie eine grosse Fressgemeinschaft, in der jede Art ihren Platz hat. So verwertet die Natur ihren eigenen „Abfall“. Aus dem Laub wird wertvoller Humus für die Pflanzen und Bäume im Wald, und so schliesst sich ein Kreislauf.

Wir nahmen uns Zeit, die fleissigen Verwerter zu suchen und unter der Lupe zu bestimmen. Wir konnten viele Beobachtungen austauschen, doch die Zeit verging viel zu schnell.

Nach dem Zvieri bastelten wir "Guerilla-Saatkugeln". Das sind Kugeln aus Erde, angereichert mit Wildblumensamen.

Weil die Bevölkerung stetig wächst und darum immer mehr Häuser und Strassen gebaut werden, verringert sich der Anteil von Blumenwiesen und Äckern in Rümlang. Dadurch haben viele Wildbienen und andere Insekten und Schmetterlinge weniger Pflanzen und Erdfläche für ihre Nahrungssuche.

Diese Saatkugeln oder Blumenbomben wie wir sie auch nennen, werfen oder vergraben wir auf brach liegende Stellen und hoffen, dass sie gut keimen und wachsen. So geben wir der Natur etwas zurück.



Januar 2018: Spurensuche!



Die Wetterbedingungen für das Vorhaben der Jugendgruppe Waldmaus waren perfekt! Vierzehn aufgeweckte, interessierte und sportliche Naturforscher machten sich auf den Weg, um Spuren im Rümlanger Wald zu entdecken.

Die jungen Forscher schritten enge Trampelpfade ab, krochen unter dichtem Astwerk durch, überquerten kleine Bäche und erkundeten den Rand einer kleinen Sumpffläche. Dabei entdeckten sie Ackerflächen, welche von Wildschweinen umgegraben wurden, Mäuselöcher, Fussabdrücke von Rehen und Wildschweinen, leere Schneckenhäuser, Kot von einem Reh, Käferspuren an abgestorbenen Bäumen, Specht Löcher, Federn, eine Wildschwein Suhle mit Malbäumen und einen Vogelrupf. Den kundigen Forschern blieben auch die Spuren der Menschen nicht verborgen. Es gab Reifen- und Fussspuren, abgeholzte Bäume und liegengelassener Kehricht. Als Spuren der Natur identifizierten die kundigen Kinder die abgebrochenen Äste und Bäume im Wald.

Bilder von  früheren Waldmaus-Treffen